Treppensteigen ohne Sorgen

Treppensteigen ohne Sorgen

Heiko Zänker
von Heiko Zänker


Dieser Text ist nichts für Treppenmuffel. Er ist für Menschen, die gerne viel Treppen steigen würden, es aber nicht können.

Sie gehen Treppen aus dem Weg, um sich nicht zu belasten.

Sie sollen ihre Möglichkeiten kennenlernen und ausschöpfen.


Angst vorm Treppensteigen

Viele Menschen haben Sorgen, vor dem Treppensteigen. Wenn sie irgendwo hin müssen, wo es keinen Aufzug gibt. Da machen sie sich schon Tage vorher Gedanken.

Sie zählen die Stufen. Sie können sich auf nichts freuen. Das Treppensteigen vermiest ihnen alles.

Andere entscheiden sich täglich, ob sie im Erdgeschoss oder in der ersten Etage bleiben möchten.


Die Treppe als Fitnessgerät

"Treppe statt Aufzug." Dieses Motto kannte ich nicht. Erst beim Schreiben bin ich darauf gestoßen.

Ich habe mein Leben lang die Treppe genommen, wenn ich die Wahl hatte. Weil ich etwas für meine Fitness tun wollte. Das war auch nötig.

Vielleicht finden Therapeuten eines Tages noch eine tiefere Ursache für mein Verhalten.

Ich hätte es damals nicht so formuliert, aber jede Treppe ist auch ein kostenloses Fitnessgerät, das die Beinmuskulatur nach und nach wieder aufbauen kann.

Seit die Menschen nicht mehr nur in Flachbauten oder anderen Höhlen leben, müssen sie über Treppen. Sie lassen sich einiges einfallen, um dem kostenlosen Sportgerät Treppe aus dem Weg zu gehen.


Treppensteigen im Kopf

Mein Schlaganfall hat auch versucht, mit vom kostenlosen Fitnessgerät Treppe zu vertreiben.

Ich verstehe jetzt besser, warum Menschen Aufzüge nehmen.

Meine Leidenschaft zum Treppensteigen habe ich aber noch. Sie ist meine Fähigkeit und meine Motivation, es wieder zu versuchen.

Treppensteigen geht nicht mehr gedankenlos. Ich habe jede Treppe im Kopf. Für meine Sicherheit brauche ich Achtsamkeit und Ignoranz gegen meine Belastungen.

Die Treppen sind bei mir nicht durchgeplant wie bei einem Sportler, der einen Marathon laufen will – aber es geht schon in diese Richtung.


Treppensteigen


Die Zeichnung „Treppensteigen“ zeigt das Gefühle, das eine Treppe auslösen kann. Nichts zum festhalten und ist endlos hoch. Und das regelmäßig. Da ist es verständlich, sie davor zu drücken. Aber die Treppe nicht zu gehen, ist der falsche Weg.

Mich interessiert Eure Meinung zu den Bildern. Was sagt ihr zur Bildidee? Habt ihr bessere? Gefällt euch mein Herangehen? Warum nicht?


Treppe statt Aufzug

Wenn ich wieder richtig Treppen steigen will, muss ich es erneut lernen. Dazu gehört auch das Lösen von Blockaden. Ich habe diese Fähigkeit zum Teil verloren.

Das Übungsgerät, das mir dafür zur Verfügung steht, ist die Treppe selber.

Ich würde mir dafür gern von einer Treppentrainerin helfen lassen. So wie Katarina Witt eine Trainerin neben dem Eis hatte, die sie jahrelang mit anschnauzen zu Höchstform getrieben hat.

Das würde mich überfordern, aber Treppen nicht aus dem Weg zu gehen, bringt schon viel. Zumindest die, die ich bewältigen kann.

Jede Gelegenheit ergreifen. Keine Rampe, Schräge für Kinderwagen, Lift oder Rolltreppe. "Treppe statt Aufzug."

Den Treppenlift ab und zu mal nicht benutzen. Mit dem Aufzug eine Etage zu früh aussteigen. Öfters mal freihändig Treppensteigen.


Auf der Seite   Fit im Alter. Treppensteigen als Fitness-Training.   beleuchtet die AOK die Vorteile, die eine Treppe auch älteren Personen bieten kann. Dabei werden Übungen vorgestellt wie Wadenheben, Side Steps oder Treppenkrabbeln.


Treppensteigen als besserer Fahrstuhl

Treppensteigen habe ich in der Reha in Klosterlausnitz neu gelernt. Motiviert hat mich der Fahrstuhl.

Der war so langsam unterwegs wie in einem Altersheim, wer so etwas schon mal erlebt hat.

Das es so lange dauerte, in eine Etage zu kommen, war noch nicht einmal das Schlimmste. Wir kamen nicht in den Fahrstuhl herein, weil sich davor regelmäßig eine Schlange bildete. Wo wir doch ständig runter und rauf mussten.

Ich weiß nicht, ob das eine erweiterte Reha ist, um zum Training zu treiben. Bei mir hat es gewirkt.

Ich habe mir die Treppe vorgenommen. Langsam, jede Stufe einzeln. Die erste Woche einen Absatz. Die andere Woche zwei Absätze und so weiter. Bis ich die ganze Treppe steigen konnte, wie ich es brauchte.

Sobald ich das konnte, habe ich nur noch die Treppe genommen. Nicht so locker und flockig wie früher aber doch selbständig. Langsam, mit einem sicheren Gefühl. Ich bin nie wieder Fahrstuhl gefahren.


Das Geländer kann benutzt werden

Die Treppe ohne Geländer hoch zukommen ist ideal. Auch geht mit einer aufrechten Haltung normalerweise alles besser.

Wenn es aber nicht normal ist, dann keinen falschen Stolz. Ich nehme dann einfach das Geländer. Bequemlichkeit und Sicherheit sind wichtiger.

Wenn mir etwa etwas schwerfällt, habe ich kaum Lust darauf, es zu tun. Da ist jede Hilfe willkommen.


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Physiotherapie zum Treppensteigen

Ich habe zwei Bitten an die Physiotherapie im Krankenhaus.

Ich will beim Gehen nicht gestützt werden. Ich brauche nur Hilfe, falls ich plötzlich die Kontrolle über mich verliere.

Sie sollen mir noch im Krankenhaus beibringen, wie ich zu Fuß die Treppe hochkomme. In der Klinik habe ich sonst diese Herausforderung nicht, da ich nur mit dem Fahrstuhl unterwegs bin. Das Treppensteigen erwartet mich aber, wenn ich wieder zu Hause bin.

Eine Physiotherapeutin hat mir dann eine Technik beigebracht, unter Zuhilfenahme des Geländers, Stufe für Stufe eine Treppe hochzukommen. Sehr langsam aber sicher.

Ich habe diese Technik nie anwenden müssen, habe es in meinem eigenen Rhythmus selber geschafft, aber mir ist ein großer Stein vom Herzen gefallen, dass ich das konnte. Wieder ein bisschen Freiheit mehr.

Ich konnte das tägliche Treppensteigen als Training nebenbei nutzen. Treppauf Treppab ein Gewinn.


Fazit: Ich kann mir selbst die Angst vorm Treppensteigen nehmen, mit regelmäßigen Benutzen von Treppen so quasi nebenbei.


Heiko Zänker
Heiko Zänker

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