Therapie ist jonglieren mit eingeölten Bällen

Therapie ist jonglieren mit eingeölten Bällen

Heiko Zänker
von Heiko Zänker

Achtsamkeit lehren die Bälle durch jonglieren


Ich kann Yoga vortäuschen aber nicht Jonglieren. Die Bälle müssen in der Luft bleiben, darauf kommt es an.

Wenn ich nicht bei der Sache bin, ist mein Jonglieren am Ende. So wird es nie langweilig.

Es ist keine durchdachte, meditative Achtsamkeit. Sie ist echt. Ich muss bei der Sache bleiben. Achtsamkeit mit Yoga kann ich immer behaupten. Niemand kann mir das Gegenteil beweisen.

Die Bälle sind spirituelle Lehrer der besonderen Art. Sie lassen mir keine Zeit zum nachdenken. Die Bälle halten mich auf Trab, ebenso mein Gehirn.

Wer Achtsam sein will, sollte jonglieren. Jonglieren erzwingt Achtsamkeit, eine gute Voraussetzung für eine Therapie.



Jonglieren ist ein Wunderwerk der Fitness


Bälle sind die Trainer in diesem Sport. Immer bereit, 24 Stunden am Tag. Sie zeigen sofort, ob eine Bewegung gelingt. Erfolgserlebnisse sind für alle sichtbar, wieder und wieder. Ich sehe, was ich geschafft habe. Die Bälle passen sich jedem Körper an.

Ich kann die Bälle nur ganzheitlich bedienen. Mein ganzer Körper und Geist sind daran beteiligt, das kann ich nicht verhindern. Es ändert sich nur die Intensität, mit der die einzelnen Körperteile darin verwickelt sind, was das Training noch wertvoller macht.

Durch Jonglieren aktivieren Gefühl und Augen das Gehirn. Beide Gehirnhälften müssen noch intensiver miteinander kommunizieren. Die Fähigkeit zur Konzentration wird eingeübt, die Anfälligkeit für Stress nimmt ab. Es trainiert Muskeln, Sehnen und Bänder ganzheitlich sanft.

Wurf auf Wurf verwandeln Körper und Hirn. Es ist mehr als Bodybuilding, es ist eine Transformation.

Jonglieren ist immer ganzheitlich. Es ist ein Training der Intuition.


Im 15-Minuten-Video "Warum jeder Jonglieren MUSS! Interview mit Oberarzt Dr. Kunz, Neurologie."  Jonglieren ist ganz besonders geeignet zur Therapie.

Das Training ist eine anspruchsvolle, fortlaufende Aufgabe für das Gleichgewicht. Der Körper nutzt eine andere Feinmotorik, wenn der jonglieren lernt oder als Fortgeschrittener automatisch wirft. Jede Bewegung muss ich im Unterbewusstsein mathematisch vorrechnen. Das Jonglieren bringt mich ins hier und jetzt.




Jonglieren mit eingeölten Bällen heilt mich


Das Jonglieren mit öligen Bällen ist der Turbo beim jonglieren. Da kommt auch bei erfahrenen Ballkünstlern keine Routine auf. Es ist dann eher wie die Szene aus einem Stummfilm, einer Klamotte. Der Körper schuppst sich selbst die ganze Zeit in eine andere Position.

Mein Schlaganfall hat mich in so eine Situation gebracht. Die Bälle sind nicht eingeölt, aber in meinen Händen verhalte sie ich so, als kämen sie gerade aus Öl. Mir ist klar geworden, dass ich die Bälle trotzdem verwenden kann, wenn ich sie als meine Therapeuten akzeptiere. Sie zeigen mir wie es geht und lehren mich, meine Unzulänglichkeiten zu kompensieren. Jedes Scheitern ist ein Schritt zur Besserung.

Die Bälle sind hervorragende Therapeuten. Sie gestalten meinen Körper um. 24 Stunden am Tag liegen sie bereit, um mich zu nerven. Sie nörgeln nie, ich schimpfe um so mehr. Je verquerer die Bälle um so besser therapieren sie und können mich so in den Wahnsinn treiben.

Ich sehe den Bällen zu, wie sie neben meine Hand fallen. Am Boden verhalten sie sich dann wie Billardkugeln. Ich muss mich ständig bücken und in die Knien gehen.

Wenn ich nicht schnell genug bin, und das bin ich meistens, rollen sie weiter, immer weiter. Unters Bett, unter den Tisch oder in andere Zimmer, wenn ich wiedermal vergessen habe, die Tür zu schließen.

Die Bälle verstecken sich. Das tun sie, um so die Therapie zu intensivieren. Ich komme mir vor, wie beim Pilze sammeln. Der Pilz steht direkt vor mir aber ich kann ihn nicht sehen. Erst wenn ich ein paarmal darum herumgelaufen bin, erscheint er plötzlich.

Jonglieren holt Leichtigkeit in meinen Körper und vertreibt hinderliche Verkrampftheit. Je weniger ich mich anstrenge, umso einfacher kann ich mein Gleichgewicht verbessern, meine Reaktionszeit, Feinfühligkeit, Hand-Auge-Koordination und die Koordination beider Körperhälften, einschließlich des Denkens.

Wichtig ist das regelmäßige Üben, auch wenn ich es nicht beherrsche. Jeder Fehlschlag trainiert das Unterbewusstsein. Wenn der Ball fällt – und das tun er garantiert –, ist das keine Stagnation oder gar ein Rückschritt, sondern er stimuliert weiteres lernen.

Ich muss den Ball nicht kontrollieren. Das Gehirn wird mit Abwechslung gekitzelt. Es muss lernen, mit den dauernden Störungen zurechtzukommen.



Jonglieren ist eine flexible Therapie


In der Therapie geht es beim Jonglieren auch um Höchstleistungen der besonderen Art.

Jonglieren ist keine Tätigkeit sondern ein Konzept. Ich muss auf etwas reagieren, nicht es meistern. In der Reha ist jeder Wurf ein Erfolg, ob er gelingt oder nicht. Jonglieren ist variabel. Ich kann es ausdehnen oder reduzieren, ganz nach Wunsch.

Je nach körperlichem Zustand kann ich jonglieren im Stehen, Sitzen oder Liegen. Im Liegen sind es besonderes zufällige Gleichgewichtsübungen. Auch Seidentücher können geworfen und gefangen werden. Ich passe mich an meine Umgebung flexibel an.


Jonglieren mit unegalen Fingern

Das Bild „Jonglieren mit unegalen Fingern“ soll mich zeigen, wie ich versuche, die Bälle zum Jonglieren zu bringen. Eigentlich sind es nur zwei Bälle. Mehr Bälle sollen es erst noch werden.

Mich interessiert Eure Meinung zu den Bildern. Was sagt ihr zur Bildidee? Habt ihr bessere? Gefällt euch mein Herangehen? Warum nicht?


Jonglieren kann helfen bei ...


… körperlichen Einschränkungen wie:


Halbseitenlähmung (Hemiparese) – Schwäche oder Lähmung auf einer Körperseite.



  • Spastik – Muskelversteifung, unkontrollierte Muskelkontraktionen.
  • Gleichgewichtsstörungen – Unsicherheit beim Stehen oder Gehen.
  • Koordinationsprobleme (Ataxie) – Ungenaue, ruckartige Bewegungen.
  • Eingeschränkte Feinmotorik – Schwierigkeiten bei präzisen Handbewegungen.
  • Verlust der Gehfähigkeit – Teilweise oder vollständige Immobilität.
  • Apraxie – Alltägliche Bewegungsabläufe können nicht mehr koordiniert durchgeführt werden.
  • Gangunsicherheit durch gestörte Raumwahrnehmung.
  • Einschränkung der Reaktionsfähigkeit – verlangsamt oder unkoordiniert.


Wie es wirkt, kann ich nur individuell probieren. Das braucht aber Zeit. Das sind alles Behinderungen, die nicht mit einem Fingerschnippen wieder gemindert werden können oder wieder weggehen.


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Fazit

Jonglieren ist ist ein effektives Training, aus dem Therapie werden kann. Es deckt meine Schwachstellen auf und fängt sofort an, sie zu rehabilitieren. Ein Verstärker sind eingeölte Bälle.


Heiko Zänker
Heiko Zänker

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