Der Holzschuh als Instrument der Physiotherapie.
Ich habe den Eindruck, ich würde den ganzen Tag so tanzen. Als würde ich den ganzen Tag Eier zertreten.
Mit meinem eigenen Holzschuhtanz.
Ich bin gehbehindert, sehe mich aber nicht so. Es stimmt einfach nicht.
Ich gehe über Beton. Die Schuhe sind fest. Trotzdem bewege ich mich auf wackeligem Untergrund.
Ein anderes Mal stolpere ich über ein Hindernis, das nicht zu sehen ist.
Dann sind meine Schuhe, mitten in der Bewegung, schlagartig am Boden festgeklebt.
An meinen Füßen trage ich Schuhe aus Leder. Äußerlich gesehen.
Vom Gefühl her, stecke ich in Holzschuhen. Die hat mein Gehirn meinen Füßen verpasst. In denen stolpere ich den ganzen Tag.
Ich exerziere dagegen. Mit sturen, hölzernen Bewegungen will ich davon fortkommen. Ich kann nur so.
Im 3-Minuten-Video „Die Original Chiemgauer Buam - Schuhplattler (Holzhacker)“ wird ein zünftiges Original gezeigt. Mit dem Klopfen auf die Fußsohlen.
Es gibt schöne Filme mit Jungs und Mädels von Tanzschulen. Allerdings wird dort hauptsächlich mit den Holzschuhen an den Händen getanzt. Ein anderes Video zeigt einen Holzschuhtanz im Altersheim. Dort wird mit Rollstühlen getanzt, in denen Holzschuhe liegen.
Holzschuh schlechter als Barfuß
Unsere Vorfahren sind Millionen Jahre Barfuß gegangen. Sie haben sich dann irgendwann Schuhe geschnitzt. Um Verletzungen vorzubeugen. Sie hatten ja noch keine Tetanusspritze.
Bei den klobigen Holzschuhen muss sich der Fuß dem Schuh anpassen und nicht umgedreht. Es gibt kein Design.
Wenn ich eh schon nicht gut zu Fuß bin, laufe ich in Holzschuhen wie auf Eiern.
Was machen die Burschen
Aus diesem wackeligen Untergrund holt die Jugend in Bayern einen Tanz. Zeigt so wirkungsvoll ihre Lebensfreude und ihre Arbeitsfähigkeit.
Mit Bewegungsfreude kommt Leben in die klobigen Holzschuhe. Der Rhythmus holt aus ihnen einen Tanz. Auf einmal zeigt sich, welche Leichtigkeit in den Holzschuhen stecken kann.
Es werden Schuhe zum Leben erweckt, die zum Tanzen nicht geeignet sind.
Diese Schuhe holen mehr aus meinen Füßen heraus, wenn ich einen Tanz daraus mache. Die Vorstellungskraft macht mit.
Das Bild „Holzschuhe Physio“ zeigt einfach nur drei Holzschuhe aus meiner Fantasie. Eine bessere Bildidee ist mir nicht gekommen. Jedenfalls keine, die sich umsetzen ließe.
Mich interessiert Eure Meinung zu den Bildern. Was sagt ihr zur Bildidee? Habt ihr bessere? Gefällt euch mein Herangehen? Warum nicht?
Mein Körper hat seinen eigenen Schuhplattler entwickelt. Ganz ohne Eleganz. Ich tue das nicht absichtlich, es ist ein Schuhplattler ohne Holzschuhe.
Was ich tue, ist eher exerzieren als tanzen. Exerzieren deshalb, weil meine Bewegungen so steif sind.
Ich exerziere allerdings in Holzschuhen. So fühlen sich meine Bewegungen an.
Ich sehe das Exerzieren als Tanzen. Bringe wieder Leichtigkeit in meinen Körper. Durch regelmäßiges Gehen, auch wenn es schwerfällt.
Es beschwingt mein exerzieren.
Mit meinem „Holzschuhtanz“ lernt mein Körper, sich jedes Mal besser zu bewegen und öfter.
Ich tanze viel mit Holzschuhen, in meiner Vorstellungskraft.
Mit dem Schlagen auf die Fußsohlen geht alles leichter, auch wenn ich mir diese Schläge nur einbilde. Das bewirkt etwas in meinem Körper.
Fazit
So wandele ich meine Behinderung in eine Übung. Auch wenn es nur ein Gedankenspiel ist.
Tanzen in klobigen Holzschuhen hilft mir. Auf dem Tanzboden wie in der Fantasie.
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