Ich schreibe so, wie ich am besten zurechtkomme. Wie ich mich wohlfühle. Ich will mein Leben erleichtern, nicht schwerer machen. So sind meine Routinen.
Mich beschäftigen zwei Fragen, damit sich meine Mühe auch lohnt.
Liest das überhaupt jemand?
Wird es verstanden?
Die Menschen sollen mich verstehen. Für jede Person ist etwas anderes unverständlich. Vermeiden will ich davon wenigstens das Schlimmste. Ich suche nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner.
Ich würde Leserinnen ausschließen, wenn ich versuchte, perfekt zu formulieren. Gesetzestexte sind für mich ein warnendes Beispiel. Diese Texte sind so korrekt, das es Termine und teures Personal braucht, um mir den Inhalt in meinen Worten zu erklären.
Die Leserin soll sich mit meinem Inhalt beschäftigen und nicht dauernd über meine Worte stolpern. Das ist schwierig genug. Lieber lächerlich als unverständlich. Besser schräg und altmodisch, aber verständlich.
Ich will keinen Preis gewinnen, die Leserin soll dran bleiben.
„Die Seele ist ein Unterwasserwesen.“ Sigmund Freud
„Progressive Muskelentspannung“ ist mir lieber, als die unverständliche oder sogar missverständliche Abkürzung „PMR“ und diese wiederum ist mir lieber als „Progressive Muscle Relaxation“.
„Einkaufstherapie“ ist glasklar besser als „Retail-Therapy“.
„Doppelaufgabe (Dual-Task-Aufgabe)“ ist mein Kompromiss, für das nicht für alle verständliche Fachwort „Dual-Task-Aufgabe“.
Die „Klempnerin“ vor die „Klempner und Klempnerinnen“. Wenn ich alle meine, reicht es, wenn ich das mit einem Geschlecht ausdrücke. Ich blähe den Text nicht auf. Ich führe auch keine Liste, wie oft ich männlich oder weiblich anspreche. Mein vorrangiges Ziel ist es nicht, ausgewogen zu sein.
„Ohne Abweichung von der Norm ist Fortschritt nicht möglich.“ Frank Zappa
Oft haben mich dunkle Ahnungen zu einer Technik geführt.
Den Wirrwarr in meinem Kopf zu ordnen. Dinge zu ergründen, die ich mir selbst nicht richtig erklären kann. Da bleibt halt einiges auf der Strecke.
Deswegen achte ich besonders auf einen verständlichen Text. Aus abstrakten Gedanken mache ich bildhafte Wendungen. Ich will mich nicht hinter Fachbegriffen verstecken.
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Deutsch verstehen alle meine Leserinnen. Deshalb kommt bei mir Deutsch vor Englisch. Ich bin aber kein Fanatiker. Wenn ein englisches Wort verständlicher und anschaulicher ist, kann ich auch das nehmen. Oft wollte ich nur zeigen, wie up to date ich bin.
Wenn es clever ist, ein englisches Wort zu nehmen, dann tue ich das. Das ist aber selten.
Das gleiche gilt für Fremdwörter und Ausdrücke in anderen Sprachen. Verständlich für alle! Das geht vor.
Meine wichtigste Lehre aus dem Text
Ich habe die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen. Auch ich habe keine hundertpro Lösungen und halte mich wahrscheinlich selbst nicht immer an meine eigenen Regeln.